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Sauerland: Der Waldskulpturenweg

Schon viel haben wir vom Waldskulpturenweg zwischen Bad Berleburg und Schmallenberg gehört. 11 Skulpturen und Kunstwerke entlang einer direkten Wanderverbindung, welche die Rathäuser der beiden Städte verbindet. Auf 23 Kilometer länge, wird der Wanderer äußerst abwechslungsreich durch herrliche Landschaften geführt und folgt hierbei der Ausschilderung „Waldskulpturenweg“.

Wegbeschreibung entlang des Waldskulpturenwegs / Foto: rd-pictures by DMC

Der Weg führt direkt an unserem Dorf Grafschaft vorbei und einige der Kunstprojekte sind uns auf unseren Touren durch die Natur schon immer mal begegnet, haben uns beschäftigt und uns einiges Kopfzerbrechen bereitet.
Dieses Jahr wollen wir es also genau wissen und den gesamten Weg und vor allem seine Kunstwerke bekannter Künstler erleben.

Als leidenschaftlicher bilderMacher, der seine Kameras nahezu immer dabei hat, will ich zudem versuchen, die 11 Objekte aus ungewöhnlichen Blickwinkeln ins Bild zu holen und Euch in diesem Blogbeitrag zu präsentieren. Kunst von der Kunst sozusagen. Ein Aufgabe, die nicht an einem Wochenende zu schaffen ist. Daher nehmen wir uns einige Wochen Zeit, dieses Vorhaben zu realisieren. Die Bilder zu diesem Blogbeitrag sind daher zu verschiedenen Jahres- & Tageszeiten entstanden und werden in diesem Blogbeitrag zusammengetragen.

Eigentlich startet der Waldskulpturenweg in Bad Berleburg und führt nach Schmallenberg. Wir nehmen uns jedoch die künstlerische Freiheit, die umgekehrte Route zu beschreiben und starten am Schmallenberger Rathaus.

Skulptur „Der goldene Hase“

Nur wenige Gehminuten vom Rathaus entfernt wurde ein sehr schöner Kurpark angelegt. Ort der Begegnung, der sportlichen Aktivitäten, der Kunst und Standort unserer ersten (in Wirklichkeit zwölfte) Skulptur. Ein goldener Hase, der einen blauen Fisch angelt. Hübsch, aber noch nicht wirklich beeindruckend.

Der goldene Hase im Kurpark Schmallenberg – Foto: rd-pictures by DMC

Um es vorweg zu nehmen, die Skulpturen entlang der Strecke werden noch spannender, beeindruckender und auch nerviger. Mit dieser Überleitung also los zur nächsten Skulptur.

Skulptur „Über den Teichen„

Positiv gesehen erreicht das Kunstwerk „Über den Teichen“ das Ziel, einen weiteren Wahrnehmungssinn zu erreichen. Kunst mit allen Sinnen wahrnehmen, heißt hier, ein unaufhörliches Brummen auszuhalten.
Schon von einiger Entfernung lässt sich ein monotoner Ton wahrnehmen, der an einen in der Luft stehenden Hubschrauber erinnert. Je mehr wir uns Kunstwerk 2 (10) nähern, umso lauter wird das durch den Wind gewollt erzeugte Geräusch, das von sieben in die Höhe gebauten, orgelpfeiffenähnlichen Rohren des Künstlers Andreas Oldörp erzeugt wird. Nach einiger Zeit, die wir an diesem Objekt verbracht haben, ist die Nervgrenze erreicht und wir machen uns auf den weiteren Weg zur nächsten Skulptur.

Über den Teichen – Foto: rd-pictures by DMC

Skulptur „Blinker II“

Jetzt geht´s zu einem unserer Lieblingsobjekte des Waldskulpturenwegs. Ein Objekt, das wegen seiner exponierten Lage oben auf einem Berg (Almert) schon von weitem sichtbar ist und Fragen aufwirft. Was ist das? Ein Autokino? Eine Hinweisschild? Alles falsch. Beim Blinker handelt es sich um eine echt beeindruckende Skulptur, die mit der Natur spielt und richtig schöne Effekte zaubert.
Bei Wind werden abenteuerliche Windgeräusche erzeugt, bei Sonnenuntergang wird das rote Sonnenlicht reflektiert und je nach Stellung der einzeln gelagerten Metallplatten, kann der Betrachter immer wieder neue Interpretationen anstellen. Sowohl die besondere Lage dieser Skulptur sowie die Dynamik und Verschiedenartigkeit dieses Objekts hat es uns angetan. So oft wir können, wandern wir hinauf auf die Almert und geniessen den Anblick vom Blinker II auf den Wilzenberg, das Golddorf Grafschaft und natürlich auf den Blinker. Die nächste Skulptur ist von hier ca. 30 Gehminuten entfernt. Nur Hexen wären auf ihrem Besen schneller dort….

Blinker II – Foto: rd-pictures by DMC

Skulptur „Hexenplatz„

Schon beim Annähern an diese Skulptur wird es mystisch. Vom Blinker kommend, führt der Weg über die Almert (tolle Aussicht genießen!) den ausgeschilderten Wanderweg entlang. Kurz vor dem Ziel geht es die letzen 500 Meter stetig bergab. Der Wald wird dichter und die Wurzeln der Bäume wirken wie riesige Füße der Bäume, die nur darauf warten Dich zu verfolgen. In einiger Entfernung nimmst Du das Plätschern eines Bachlaufs wahr und bist sehr gespannt, was Dich am Hexenplatz erwartet.

Ein riesiger Kessel, gekreuzte Ofengabeln, Ofenrohre, die aus dem Boden ragen, offene Zauberbücher und umgestürzte Bäume sind hier zu finden. Mittendurch fließt friedlich ein kleiner Bach durch die Landschaft. Eine Szenerie, die an ein versunkenes Hexendorf aus der Vergangenheit erinnert. Auch ein Verhörplatz ist in diese Skulptur integriert, denn hier wurden vermeintliche Hexen früher verurteilt. Der Ort, den die Künstlerin Lili Fischer für diese Skulptur nutzt, war schon vor der Errichtung dieser Skulptur als Hexenplatz bekannt.

Ein Ort zum Staunen und Nachdenken über Verfolgung und Grausamkeiten der Vergangenheit und Gegenwart.

Um zur nächsten Skulptur zu kommen, geht es von jetzt an wieder bergauf. Genau gesagt ins Höhendorf Schanze (720m).

Skulptur „Krummstab“

Direkt auf dem Rothaarsteig befindet sich eine monumentale und ebenfalls sehr beeindruckende Skulptur aus über 2,5t Aluminium. Der Krummstab des Künstlers Heinrich Brummack. Von Schanze kommend, wirkt der obere Teil des Kunstwerks auf uns wie ein Elefantenrüssel in luftiger Höhe.
Angekommen am Krummstab wird deutlich, was der Künstler mit der Skulptur aussagen wollte. „Eine allzu große Macht stürzt durch Ihre eigene Masse“. Dieses Zitat von Martin Luther ist auf dem Werk zu finden und auch ohne Kenntnis des kirchlichen Hintergrundes, kommt die Botschaft beim Betrachter an. Die scheinbare Instabilität dieses mächtigen Werks wirkt.

Die nächste Skulpturen des Waldskulpturenwegs stellen wir Euch hier schon einmal im Bild vor. Die Texte und weitere Fotos werden in den kommenden Tagen ergänzt….

Skulptur Die Grünstation – Das grüne Haus

Weiter in Richtung Bad Berleburg. Das nächste Ziel heißt „Die Grünstation – Das grüne Haus“. Seit Monaten habe ich mich auf diese Skulptur gefreut. In meiner Vorstellung wollte ich das auffällig grüne Objekt inmitten eines Tannenwaldes, unter herrlich blauem Himmel ins ins Bild holen. Der Weg von Grafschaft aus zieht sich etwas und geht stetig auf und ab. Zum Teil mit herrlichem Ausblick auf die Bad Berleburger Berg- & Waldwelt. Aber, auch die Rodungsarbeiten entlang des Rothaarsteiges hinterlassen bei meiner Familie und mir einen faden Beigeschmack. Traurig, wie der Borkenkäfer in der Region dafür sorgt, das alter Waldbestand gefällt werden muss und die Landschaft nicht immer vorteilhaft verändert. Übrigens, zum Thema Borkenkäfer / Forstarbeiten haben wir vor Jahren auch mal ein interessantes Video gemacht. Ihr findet es bei YouTube auf unserem Familien-Kanal „glücklich Tv“

Etwa 500 Meter vom grünen Haus entfernt, sehr Ihr die Skulptur scheinbar mitten in einem grünen Tannenwald. Mit seiner hellgrünen Farbe fällt es gekonnt aus dem Rahmen und ist ein echter Blickfang. Oben angekommen steht das grüne Haus dann relativ alleine, da die ursprüngliche Bewaldung offensichtlich auch verschwinden musste. Dennoch sehr beeindruckend und für mich ein gefundenes Objekt für ein paar eindrucksvolle BilderBlogger-Fotos.

Alle Fotos dieses Beitrags stammen vom Grafschafter BilderMacher René Dörnenburg (www.rd-pictures.de by DMC)

Weitere Fotos des BilderMachers findet Ihr bei Instagram:

Sauerland macht glücklich

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